Ein Blick in die Zukunft: Paketlieferung per Drohne und Roboter

„Schnelle zuverlässige Lieferungen, verbunden mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis sind Grundvoraussetzungen für einen erfolgreichen Onlinehandel“, weiß Manuela Strübing, Gründerin von packando.de zu berichten. Für Transportunternehmen bringt diese gestiegene Erwartungshaltung neue Herausforderungen mit sich. „Sendungen müssen schneller geordnet, gescannt und an die richtigen Empfänger zugestellt werden“, so Strübing weiter. Zudem möchten Kunden ihre Pakete auch ohne Probleme erhalten, wenn sie diese mal nicht persönlich entgegen nehmen. Zukünftig könnten Drohnen und Roboter die Arbeit des Lieferanten übernehmen. Natürlich sollen die Geräte kein Ersatz für Lieferanten sein. Vielmehr geht es um sinnvolle Ergänzung bestehender Angebote der Dienstleister.

Welche Liefermöglichkeiten werden erprobt und kommen bereits zum Einsatz?

Technischer Fortschritt und eine schnelllebige Welt erfordern Ideenreichtum in allen Bereichen. Vor allem Lieferdienste unterliegen den hektischen Zeiten und haben Mühe, mit ihrer Lieferung hinterher zu kommen. Nun sollen Helfer zum Einsatz kommen und die Arbeit der Lieferanten erleichtern – beispielsweise Drohnen. Die Flugapparate sollen zukünftig Pakete über den Luftweg an Empfänger liefern. Zurzeit arbeiten die meisten Entwickler noch an der Umsetzung, in Neuseeland kommt jedoch bereits eine Drohne als Pizza-Lieferant zum Einsatz.

Eine andere Möglichkeit bieten Lieferroboter. Das Unternehmen Media Markt erklärte kürzlich, dass es die kleinen Helferlein für Kundenlieferungen einsetzen möchte. In Düsseldorf wird derzeit ein selbstständig fahrender Roboter des Herstellers Starship Technologies getestet.

Gleichzeitig soll auch die Annahme der Sendungen vereinfacht werden. Sogenannte PaketButler stellen den Empfang von Paketen sicher. Momentan werden die Empfangskästen in vier deutschen Städten getestet. Lieferanten und Empfänger haben also drei Möglichkeiten:

  • Lieferdrohne
  • Lieferroboter
  • PaketButler

Wie funktionieren die unterschiedlichen Transportmittel?

Der Bau einer Lieferdrohne ist gänzlich auf Versand ausgelegt. Auf der flachen Ladefläche sollen Pakete von bis zu 2,5 Kilogramm Platz finden. In einer Flughöhe von 60 bis 120 Metern sollen die Lieferungen zum Empfänger gelangen. GPS-Daten ermöglichen die autonome Arbeit. Als selbstständiger "Mitarbeiter" fungiert auch der Lieferroboter. Das softwaregesteuerte Gerät übernimmt die Arbeit, im Gegensatz zur Drohne, am Boden. Ganz ohne Steuerung kommt der PaketButler aus. Der Käufer bekommt nach dem Erwerb im Internet eine Nachricht vom Absender. Nach Erhalt der Information stellt der Empfänger den Kasten vor seiner Haustür auf. Sobald der Lieferant die Sendung in den PaketButler gelegt und den Deckel geschlossen hat, bekommt er eine Eingangsbestätigung. Dank SIM-Karte und App wird die Nachricht automatisch versendet und der Kunde weiß, dass sein Paket geliefert wurde.

Welche Vor- und Nachteile gibt es bei den neuartigen Varianten?

Drohnen liefern Sendungen über den Luftweg und müssen keine Hindernisse überwinden. Auf den ersten Blick eine ideale Voraussetzung. Jedoch muss der Betreiber seine Drohnen immer im Blick haben. Zudem benötigen diese eigene Luftkorridore, um andere Flugobjekte nicht zu behindern. Ein Lieferroboter ist nicht auf dem Luftweg unterwegs, sondern bewegt sich am Boden. Nachteil: Lieferanten übernehmen im Falle der Paketbeschädigung oder Diebstahl volle Haftung gegenüber dem Empfänger. Außerdem erkennt der Roboter Passanten nicht als solche – es kann zu Unfällen kommen.

Derartige Vorfälle können mit dem PaketButler nicht passieren. Des Weiteren wird dem Empfänger die Sendung in jedem Fall zugestellt, denn er muss für die Übergabe nicht anwesend sein und braucht das Paket nirgendwo abholen. Der Bote muss das Paket zudem nicht an einem unsicheren Platz abstellen.

Aus welchen Gründen werden alternative Versandmöglichkeiten entwickelt?

Wenn Kunden eine Bestellung tätigen, möchten sie das Paket schnellstmöglich erhalten. Schnelle Auslieferung und Zuverlässigkeit sind zwei Gründe für die Entwicklung alternativer Versandoptionen. Außerdem profitieren Käufer vom ausgeglichenen Preis-Leistungs-Verhältnis im Online-Handel.

Welche Herausforderungen bringt ihr Einsatz mit sich?

Die Verwendung innovativer Liefermöglichkeiten erfordert gute Vorbereitung. Drohnen und Roboter bewegen sich im Freien. Das heißt, Absender müssen eine witterungsbeständige Versandverpackung wählen, die Wind und Regen trotzt. Herkömmliche Kartonagen erfüllen die Anforderungen möglicherweise nicht. Weiterhin müssen die Geräte programmiert werden, was unter Umständen viel Zeit in Anspruch nimmt. Ein fachkundiger Techniker muss die Drohnen und Roboter regelmäßig warten, um deren Zuverlässigkeit sicherzustellen.

Durch welche rechtliche Fallstricke und ungeklärten Fragen wird der Einsatz der innovativen Liefermöglichkeiten verhindert?

Drohnen und Roboter als Lieferanten sind noch nicht ausreichend getestet. Es stellt sich die Frage, wie belastbar die Geräte sind und wie zuverlässig die Software funktioniert. Auch rechtliche Hindernisse gibt es: Kommt es zu Unfällen oder Beschädigung der Ware, muss die Schuld jemanden zugeordnet werden können. Lesen Sie dazu auch unseren Magazinartikel: Schäden beim Paketversand: wer haftet wann? Hinsichtlich der Regelung bei Drohnen und Robotern, besteht weiterhin Nachholbedarf seitens des Gesetzgebers.

Wie weit entwickelt ist die Technik der Geräte und ab wann sind sie voraussichtlich für Unternehmen nutzbar?

Momentan ist die Technik noch nicht weit genug entwickelt, um Drohnen und Roboter als Lieferhilfe einzusetzen. Weiterhin muss erforscht werden, wie der ideale Versandkarton für das Vorhaben beschaffen sein sollte, damit der Inhalt nicht beschädigt wird. Auch Füll- und Schutzmaterialien gewinnen damit an Bedeutung. Erst, wenn die Haftungsfrage geklärt ist, könnten die Liefermöglichkeiten zum Einsatz kommen.

Was würde sich mit dem Einsatz alternativer Liefermöglichkeiten für Absender und Empfänger ändern?

Der Einsatz von Drohnen und Robotern erleichtert die finanzielle Belastung auf beiden Seiten. Geräte sind keine bezahlbaren Mitarbeiter. Außerdem können Pakete schneller beim Empfänger ankommen – damit geht allerdings auch ein erhöhtes Risiko einher, denn die Zustellung erfolgt nur durch eine Software. Nichtsdestotrotz könnten Lieferhilfen den Prozess des Empfangs erleichtern, Zeit und Geld sparen.

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